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Verkauf des Postcarré durch HBB sieht Linke als erschreckendes Signal

Das Postcarré wurde im November 2010 feierlich eingeweiht. Eine Inbetriebnahme in knapper Zeitkalkulation. Viele Endarbeiten werden nun dem neuen Besitzer und Betreiber überlassen. HBB hat großes am Freiheitsplatz vor.

Für Ulrike Feistel von der Linksfraktion scheint Hanau in heller Aufregung. „Für die einen wird Zukunft am Freiheitsplatz gestaltet. Für die anderen wird die Stadt durch die kommende Freiheitsplatzbebauung an ihre Geschichte verraten und vor allem verkauft.“

Feistel erinnert an den Investorenvorschlag zum Wettbewerblichen Dialog von ECE. Diese verloren im Wettbewerb, weil sie das Kino nicht in die Optionen eingeplant hatten. „Nun hat sich die Entwicklung über eine veränderte Grundstückssituation und einen externen Anbieter für das Kino neu ergeben und niemand fragt mehr, ob das Ausschluss-Kriterium für ECE tatsächlich so ausschlaggebend war. HBB muss sich jedenfalls nicht um das Kino kümmern. ECE hatte in ihrem Entwurf dem Freiheitsplatz wesentlich größeren Freiraum für die Öffentlichkeit und Aufenthaltsmöglichkeit gelassen. Nun stellen wir schon bei den Erstentwürfen von HBB fest, dass umwelt- und klimafreundliche Gestaltung dann eingesetzt wird, wenn es sich für die Betreiberkosten des EKZ rechnet.“

„Jetzt bekommt der ehem. Paradeplatz eine Bebauung à la ECE-PLUS. Der jetzige erweiterte Plan von dem Lübecker Investor wirkt monströs für jeden Menschen mit Vorstellungskraft. Desaströs für Inhabergeführte spezialisierte Läden in Randlagen. Um bevorstehenden Ladenleerstand zu prophezeien, muss man kein Prophet sein“, so Feistel.

Dazu bekommen die Innenstadtanwohner noch einen Schuss Sarkasmus extra! Das ist jedenfalls das Empfinden der Linken-Politikerin: „Der Erhalt einer einzelnen Trostplatane hinter dem Schwanenbrunnen verspottet jeden Baumliebhaber.“

„Die Linksfraktion hat sich gegen den wettbewerblichen Dialog ausgesprochen. Verträge sind für die Öffentlichkeit unzugänglich und es gibt keine Möglichkeit der demokratischen Kontrolle. Und nun geschieht genau das, was die Linke von Anfang an befürchtet und angemahnt hat“, erläutert Feistel. „HBB verkaufte das Postcarré an den franz. Immobilienfond Ciloger. Ein Fond, der mit Invesco Real Estate zusammenarbeitet, um sich den Deutschen Markt zu erschließen und mit Anlegergeld aus Versicherungen Anlageobjekte zu kaufen. HBB hat sich noch nicht dazu geäußert, aber kann es Zufall sein, dass Ciloger mit dem gleichen Investmentunternehmen Invesco Real Estate Geschäfte macht, wie ECE?“, fragt Feistel.

Ciloger hat in Deutschland kürzlich 10 Stadtzentrennahe, neuwertige EKZ für 218 Mio. € erworben. Ausländische Investoren setzten auf den Fond in stabiler Eurowährung. Den Fachmedien ist zu entnehmen, dass es Invesco Real Estate über gute Netzwerke im Marktsegment gelungen ist, dieses Einzelhandelsportfolio off-market zu einem frühen Zeitpunkt 2010 zu sichern.

Die Linksfraktion sieht darin den Beweis, wie Stadtentwicklung aus der Hand gegeben und in den Spekulationsmarkt der Immobilienfonds fließt. „Die Welt der Investmentmanager ist ein Dschungel. Sie machen Geschäfte untereinander zwecks Geldvermehrung. Das Leben in der Kommune, das Leben der Menschen spielen keine Rolle,“ unterstreicht Feistel.

Für Feistel stellen sich nun die Fragen: „Wird HBB auch den Konsumtempel am Freiheitsplatz veräußern? Wie viel gilt das gelesene Wort aus der Zeitung, HBB wolle die neuen Zentren für Hanaus Handel nach deren Fertigstellung selbst betreiben? Wird das Filetstück Freiheitsplatzentwicklung des Wettbewerblichen Dialogs zum Spekulationsobjekt?“

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