Hitzeaktionsplanung für Hanau weiterentwickeln und einen kommunalen Hitzeaktionsplan vorlegen und umsetzen
Sehr geehrte Frau Stadtverordnetenvorsteherin, sehr geehrten Damen und Herren,
das „Europäische Institut für Klima und Energie“ (EIKE e.V.), das bekanntlich den menschengemachten Klimawandel ablehnt, stellt wiederum jedoch fest, dass es wärmer geworden ist. Immerhin hat die AfD dies auch schon festgestellt. Aber für EIKE dienen kommunale Hitzeaktionspläne und Hitzewarnungen nur der Klimawandelhysterie und sind somit abzulehnen. Gleichzeitig begrüßen sie konkrete Pläne für Hitzeschutz. Die Argumentation ist mehr als gewöhnungsbedürftig.
Warum fange ich meine Rede mit den Leugnern des menschengemachten Klimawandel an? Und zu den klimaschädlichen Gasen zählen Kohlendioxid (CO₂), Methan (CH₄), Lachgas (N₂O), Ozon (O₃) und industriell hergestellte Fluorkohlenwasserstoffe (FKW). Und davon sind auch von Menschen gemachte Gase.
Aber um es kurz und einfach zu machen: Zu glauben, es wird heiß und dann machen wir alle einfach die Klimaanlage an – das wird nicht ausreichen.
Das betrifft nämlich, auf der einen Seite klimaschädliches Verhalten zu reduzieren bzw. wenn möglich es komplett zu verhindern und gleichzeitig sich auf den Klimawandel einzustellen und Maßnahmen zu ergreifen, die die Hitze erträglicher machen. Ich würde sagen, dass wir uns in diesem Raum weitestgehend einig sind. Schön wäre es, wenn wir dies auch bei der Geschwindigkeit und dem Ausmaß der Maßnahmen und der entsprechend der Finanzierung wären.
Die Deutsche Umwelt Hilfe (DUH) – ich mache ich eine kurze künstlerische Pause – weil es schon das Erwähnen der DUH bei manchen zu Schnappatmung führen kann. Also diese DUH hat im Sommer 2026 ihren Hitze-Check veröffentlicht, und in Hanau leuchtet die Ampeln auf Rot. Da ging es um Grad der Versiegelung, Grünvolumen / Vegetation, Durchschnittliche Oberflächentemperatur in den Sommermonaten und Bevölkerungsdichte, wie viele Menschen leben in den betroffenen Hitze-Hotspots.
Deshalb müssen wir zudem über die Gewichtung sprechen, deshalb haben wir früh diesen Antrag zusammen mit Bündnis 90/Die Grünen gestellt und ich unterstütze alles, was Frau Gunkel hierzu vorgetragen hat.
Meine Damen und Herren,
der Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestags hat sich mit Hitze und mit Hitzeaktionsplänen in seiner Anhörung am 23.09.2026 auseinandergesetzt. Es wurde dort in verschiedenen Stellungnahmen klar benannt, was zu tun wäre und welche Personengruppen besonders betroffen sind. D.h. auch hier in Hanau sind es Ältere, Kinder, Kranke, Beschäftigte, die im Freien arbeiten, und ärmere Privathaushalte, welche in schlecht isolierten Gebäuden wohnen. Denn Hitzeschutz ist auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit. Und somit auch der privaten und öffentlichen Finanzierung von Maßnahmen. Kurz gesagt: Was muss sich geleistet werden und wo kommen die finanziellen Mittel her?
Es ist ja nicht so, dass in Hanau noch nicht schon einiges passiert ist, da wären, es wurde schon einiges gesagt zur Hitzeaktionsplanung z.B. den Hitzeknigge mit den vulnerablen Gruppen, Trinkbrunnen, Refill-Stationen, Coole Map - hitzefrei im Stadthof, Tiny Forest, Sonnensegel usw. Sowie in den Antworten auf die Anfragen der Grünen, welche Baumaßnahmen für Schulen und Kita durchgeführt wurden und noch werden. Zudem die Klarstellung, dass Kitas priorisiert zu betrachten sind, da es sich um sehr kleine Kinder handelt, die Mittagsschlaf machen müssen und Kitas keine 6 Wochen Sommerferien und auch keine Mittel wie „Hitzefrei" haben. Und deshalb geplant ist, die Mehrzweckräume mit einem Klimagerät auszustatten. So werden Fördergelder aus dem Programm „Hitzehilfe für Hessen“ beantragt, die für die Anschaffung mobiler und teilstationärer Klimaanlagen in Kindertagesstätten und Pflegeeinrichtungen bereitgestellt. Jetzt mal ehrlich. Ist zwar nett, aber das sind nur rund 10 Mio. Euro für drei Jahre für ganz Hessen.
Meine Damen und Herren,
zum Schluss noch einmal zurück zu den vulnerablen Gruppen mit einem Blick nach Frankfurt. Anstatt Obdachlose von kühleren Orten zu verdrängen, werden dort ausgediente klimatisierte Busse eingesetzt. Dies kann mit sozialarbeiterischer und medizinischer Unterstützung auch in Hanau geschehen. Lassen sie uns noch weitere Maßnahmen aus anderen Städten sammeln, lassen sie uns keine Zeit mehr verlieren, die nächste Hitzewelle kommt bestimmt.
Wir stimmen der Ausschussverweisung zu.

