Nahverkehrsplan der Stadt Hanau 2025-2029

Jochen Dohn

Sehr geehrte Frau Stadtverordnetenvorsteherin,
Sehr geehrte Damen und Herren,

ein „Mehr“ an ÖPNV ist auch für meine Fraktion immer wünschenswert, die Frage ist: Wie ist dieser finanzierbar? Und es klafft, wie überall beim Nahverkehr, eine Finanzierungslücke. Aber wenn es mit dem Klimaschutz und der Verkehrswende sowie mit dem Hanauer Mobilitätsleitbild etwas werden soll, dann nur mit großem finanziellen Aufwand. So steht auch in der Vorlage, dass die dargestellten Kosten und Erträge eine Momentaufnahme darstellen und regelmäßig überprüft und fortgeschrieben werden müssen. Und weiter heißt es: Zusätzliche Fahrgeldeinnahmen von neuen Nutzern gleichen die zusätzlichen Zuschussbedarfe im ÖPNV nicht aus. Dies hat zur Folge, dass bei steigendem Aufwand die Kosten-Ertragsschere auseinandergeht und der Zuschussbedarf weiter steigen wird.

Aber wenn Ziele gelten sollen, und zwar deutschlandweit, dann müssen Bund und Land auch die erforderlichen Finanzmittel für die Kommunen bereitstellen. Das wurde heute Abend schon öfters gesagt. 

Meine Damen und Herren,
der Nahverkehr gehört nun mal zur Daseinsvorsorge und zu Aufgabe einer Stadt gehört Mobilität für die gesamte Bevölkerung in allen Stadtteilen bereitzustellen. Nicht zu vergessen, dass es eine Bürgerbeteiligung in dem Prozess gab, in der viele neue Ideen zu Sprache kamen, die Dezernentin hat dies schon erwähnt.

Im Großen und Ganzen ist der Plan stimmig und eine gute Grundlage. Wie gesagt, mehr wäre immer besser. Ja, Frau Hemsley, nicht überall bleibt es beim Erhalt des Status Quo. Denn aus Mittelbuchener Sicht. Das Ausdünnen der Linie 9 von einem halben Stunden auf ein Stunden-Takt kann nicht durch die KVG Linie MKK 31 voll ausgeglichen werden, da der Bus nur an 2 Haltestellen in Mittelbuchen hält. Wenn aber der On-Demand-Verkehr, sprich durch den Mainer wiederum mehr Komfort bietet, gerade in den Abendstunden, dann kann der Wegfall wohl wieder aufgewogen werden. Hier wird sich zeigen, ob auch von Hanauerinnen und Hanauer, die nicht mit Smartphone und Internet aufgewachsen sind, das Angebot annehmen oder mit Unterstützung der HSB-Mobilitätszentrale annehmen können. 

Jedoch gibt es auch Ausweitungen anderer Linien, z.B. zum Hauptbahnhof. Also dort, wo die Nachfrage definitiv höher ist, als in Mittelbuchen. Das will ich in der Stelle nicht verschweigen.

Aber der NVP zeigt nicht nur den Linienverkehr auf. So geht es auch z.B. um den barrierefreien Umbau von Haltestellen, Verbesserung der Aufenthaltsqualitäten oder Einrichtung von Mobilstationen zur Verkehrsmittelverknüpfung. Gerade die Verknüpfung mit Mobilstationen, mit E-Car-Sharing und, wenn möglich auch mit E-Rädern bzw. E-Lastenräder. Diese Kombination lässt es zu, dass die Möglichkeit besteht, dass die eine oder der andere auf das Auto verzichten kann und wenn es das Zweit- oder Drittauto ist. 

Wenn dieser NVP und die Direktvergabe dazu führt, dass mehr Menschen mit der HSB fahren, dann ist dies ein Gewinn für Hanau und für die Umwelt. Wir werden dem zustimmen.