Hanau als Stadt der Besserverdienenden und Reichen?
Linke sieht in der jetzigen Wohnungspolitik soziale Auslese
Die Aussagen des Sozialdezernenten Weiß-Thiel vor den Mietern rund um die Wallonisch-niederländische Kirche, dass die Alteingesessenen für Menschen mit höherem Einkommen Platz machen sollen, ist nach Ansicht des Fraktionsvorsitzenden der Linksfraktion, Jochen Dohn, soziale Auslese. „Es ist zwar richtig, dass der Zuzug von Neubürgern und das Ansiedeln von Gewerbe dringend benötigt werden, um das wachsende Haushaltsdefizit zu verringern. Dies darf jedoch nicht dazu führen, dass andere verdrängt werden.
Unter dem Schlagwort Wettbewerblicher Dialog wird den Bewohnern der Französischen Allee klar gemacht, dass sie dort nicht länger erwünscht sind. Dohn kommentiert: „Bisher ist weder Sensibilität noch Verantwortungsbewusstsein von Seiten der Stadt erkennbar. Obwohl man gerade ein solches Vorgehen den dort lebenden Menschen immer wieder verspricht. Es ist niemandem damit geholfen, wohnungspolitische Leitlinien aufs Papier zu schreiben und zu glauben, die Stadt wäre jetzt sozial. Auf das Handeln und die Umsetzung kommt es an. Von den vollmundigen Versprechungen bleibt in Bezug auf die Wohnsiedlung um die Wallonisch-Niederländische Kirche kaum etwas übrig.“
Die Fraktion DIE LINKE.Hanau fordert, dass für alle Menschen in Hanau adäquater Wohnraum bereitstehen muss. Zurzeit scheinen einige Mieter nicht dem Leistungsträgerprofil und Zukunftsvisionen der Verantwortlichen der Stadt Hanau zu entsprechen. Gerade für viele Ältere, die in den Wohnungen der Baugesellschaft leben, ist dies eine Demütigung. Dabei stellt sich die Frage: Wer entscheidet eigentlich, wer Leistungsträger ist?
Jahrelang wurde nicht in die Gebäude investiert, gegebene Zusagen für die Renovierungen wurden nie eingehalten und die Häuser wurden gezielt leer gewohnt, indem freiwerdende Wohnungen nicht wieder vermietet wurden. Dieser künstlich gewollte Leerstand diente lediglich der Absicht, die Häuser zu verkaufen. Zu dieser Strategie zählten auch die verkauften Häuser im Kinzigheimer Weg. Deswegen fordert DIE LINKE die Baugesellschaft auf, nicht weiter zu verschleiern, sondern endlich preiszugeben, welche Objekte demnächst zum Verkauf anstehen. „Vollmundig wird immer wieder erklärt, dass die Baugesellschaft nicht privatisiert werden soll, jedoch die Immobilien werden nacheinander verkauft. Wann hört diese schleichende Privatisierung auf? Wann ist die soziale Auslese beendet? Erst wenn nur noch Besserverdienende und Reiche in Hanau leben?“, gibt Dohn abschließend zu bedenken.
