Finanzielles Abenteuer durch Luftschlösserromantik
LINKE sieht Realisierung des Brüder-Grimm-Kulturzentrums kritisch
Der Fraktionsvorsitzende der Linksfraktion Jochen Dohn sieht die Realisierung des Brüder-Grimm-Kulturzentrums sehr kritisch. „Auch wenn ein Brüder-Grimm-Kulturzentrum (BGKZ) wünschenswert und kulturell lohnend erscheint, sollte doch einmal nüchtern gerechnet werden. Will sich Hanau nebendem Millionengrab Congress Park Hanau noch ein weiteres leisten?“, fragt Dohn.
Dohn kritisiert, dass das der wirtschaftliche Aspekt in der Diskussion zu kurz kommt. Kritische Stimmen werden dahingehend disqualifiziert, indem man unterstellt, man würde das Schaffen der Brüder-Grimm nicht ausreichend würdigen. Dies ist nach Ansicht Dohns grundlegend falsch und dient nur der Wahlkampfrhetorik. Fragen zur Finanzierung müssen deshalb detailliert geklärt werden, damit nicht dieselben Fehler wie beim CPH passieren.
Somit sieht Dohn noch viele offene Fragen. Woher sollen die rund 16 Mio. Euro zum Bau kommen und wie werden die 400.000 Euro Folgekosten aufgebracht? Wo werden Gelder gestrichen? Etwa bei anderen Kulturveranstaltungen oder etwa im sozialen Bereich? Die Auflagen durch das Regierungspräsidium werden sich verschärfen. Damit das Brüder-Grimm-Zentrum kostendeckend ist, werden jährlich 130.000 Besucher benötigt. Woher sollen diese Massen denn kommen? Auch die Verkehrssituation ist völlig nebulös - sollte der Bau verwirklicht werden. Wo sollen all die Busseparken? Und was passiert mit den Schülern der Karl-Rehbein-Schule, die zwischen den beiden Stadtorten am Schlossplatz wechseln?
DIE LINKE warnt deswegen die anderen Parteien davor, im Wahlkampf Versprechungen abzugeben, die danach kaum zu erfüllen sind. Für Dohn steht fest, dass es mit der LINKEN keine finanziellen Abenteuer durch Luftschlösserromantik geben wird.

