Besorgnis wegen der Entwicklung bei ABB
Linke sprechen sich für Reaktivierung von „Eine Region steht auf“ aus
In einer gemeinsamen Presseerklärung bekräftigen die beiden Fraktionschefs der LINKEN in Kreis und Stadt, Andreas Müller und Jochen Dohn, ihre Solidarität mit den ABB-Beschäftigten. Mit Besorgnis sehen beide LINKEN-Politiker die Entwicklung des ABB-Standortes in Hanau-Großauheim. Zum einen durch die Gefahr der möglichen Schließung beziehungsweise des Verkaufs der Vorfertigung und des Verlusts von rund 60 Arbeitsplätzen. Und zum andern, dass durch zunehmende Fremdvergabe mit Niedriglöhnen und Leiharbeit der Standort scheibchenweise geschwächt wird und es sogar zu einer Werksschließung kommen kann. Dies alles geschieht, nach Aussage des Betriebsrates, vor dem Hintergrund, dass am Standort mit enormen Produktivitätszuwächsen gearbeitet wird.
Nach Einschätzung von Müller und Dohn hätte eine Schließung des Traditionsunternehmens für Hanau und den Stadtteil Großauheim schwerwiegende Folgen. Zumal im Bereich Hanau die Arbeitslosenquote zurzeit bei 6,9 Prozent liegt. Trotz Rückgang liegt die Quote somit weit über dem Vorkrisenstand im November 2008 mit 5,3 Prozent. Dies zeigt, dass der viel zitierte Aufschwung noch lange nicht überall angekommen ist und zumeist auf Zuwachs der prekären Beschäftigung beruht.
Sollten die Pläne durch die ABB-Geschäftsleitung umgesetzt werden, regt Landratskandidat Andreas Müller ein wieder Aufleben des Bündnisses „Eine Region steht auf“ an. Dieses Bündnis, in dem viele gewerkschaftliche, soziale und politische Kräfte vereint zusammenarbeiten, hat unter anderem schon bei der Vacuumschmelze, Tabbert oder Plastal für breiten Widerstand gesorgt.
Durch die derzeitige Entwicklung und die Befürchtungen des ABB-Betriebsrates sieht Dohn den Stadtverordnetenbeschluss vom Februar diesen Jahres äußerst kritisch: „Der Flächennutzungsplan wurde auf Antrag von ABB dahingehend geändert, dass nun auf einer Teilfläche eine Wohnbebauung zulässig ist. Als LINKE müssen wir darauf achten, dass nicht durch scheibchenweise Schließung des Werkes Leute entlassen werden und gleichzeitig Grundstücke für Wohnbebauung teuer verkauft werden.“
