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Demo in Hanau für Umwelt und Klima am 30.10.2010

Das Grauen hat viele Namen

Gemeinsam für die Region - Rhein-Main muss lebenswert bleiben! Da die Rhein-Main-Region durch Umweltverschmutzung stark belastet ist, ist es dringend notwendig eine Gesamtbelastungsstudie für die Region zu erstellen. Somit würden Projekte wie Erweiterung des Kohlekraftwerks Staudinger, der Ausbau des Frankfurter Flughafens, der Autoverkehr die Laufzeitverlängerung von Biblis sowie Müllverbrennungsanlagen nicht als Einzelmaßnahmen auf ihre Umweltverträglichkeit geprüft, sondern die Gesamtbelastung der Region im Vordergrund stehen.

Aufruf des Netzwerk Umwelt und Klima Rhein-Main zur Demo am 30.10.2010 in Hanau

Staudinger Block 6 – geplante Kohledreckschleuder
Seit 2007 versucht der Stromriese E.ON, mit dem geplanten Bock 6 ein weiteres Kohlekraftwerk mit 1.100 Megawatt am Standort Staudinger in Großkrotzenburg durchzusetzen. Schon jetzt verlässt so viel Feinstaub wie von 8,6 Millionen Diesel-PKW produziert täglich das Dreckschleuder-Kraftwerk und macht es damit zum größten Feinstaubemittenten Hessens. 157 Gramm Thallium, ein längst verbotenes Rattengift, regnet pro Stunde auf die Gartenfrüchte der BürgerInnen. Über weitere 40 Jahre werden wir mit einem brisanten Schadstoff - Cocktail u.a. aus Quecksilber, Arsen, Blei, Schwefel- und Stickoxiden eingedeckt. In Zeiten der nahenden Klimakatastrophe wird nur dieses Kraftwerk über 11 Millionen Tonnen C02 abgeben.
Besondere Gefahren gehen aktuell von dem sich noch im Versuchs-stadium befindenden, weltweit größten Kohlelager aus, wo angesichts der nicht beherrschbaren, sich immer wieder selbst entzündenden Kohle ein wahres Flammeninferno droht. Auch stellt die radioaktiv stärker belastete Kohle aus Südafrika und Kolumbien, die in Block 6 in hoher Menge verbrannt werden soll, ein besonders hohes Risiko dar, an Krebs zu erkranken.
Trotz der damit verbundenen gesundheitlichen Gefährdungen und Risiken wollen E.ON, die hessische Landesregierung und die Behörden dieses Vorhaben auf Teufel komm raus realisieren.
Diese Gefährdung wollen wir nicht länger hinnehmen!

Biblis A und B Schrottreaktoren
Die Atomkraftwerke Biblis A und B sollten nach dem Atomkonsens 2009 bzw. 2010 abgeschaltet werden. Durch die jetzt von der Bundesre-gierung beschlossene Laufzeitverlängerung werden die beiden Schrott-reaktoren noch weitere 8 Jahre unsere Gesundheit gefährden. Beide Reaktoren gehören zu den störanfälligsten Atomanlagen und nehmen mit bisher 424 gemeldeten Störfällen bundesweit die Plätze 2 und 3 unter den derzeit noch laufenden 17 Atomkraftwerken ein. 80 gravier-ende Mängel sind jüngst in einem von der Bundesregierung in Auftrag gegebenen Gutachten für den Reaktor Biblis B festgestellt worden.
Ohne Notstandswarte, ohne ausreichende Sicherheit gegen Flugzeug-absturz und Erdbeben bedrohen uns diese beiden Reaktoren noch durch mögliche Angriffe von außen.
Bereits zu Beginn der 80-iger Jahre gab es einen lange verheimlichten Störfall, der zu einer Katastrophe à la Tschernobyl hätte führen können.
Diese Gefährdung wollen wir nicht länger hinnehmen!

Die neue Nordwest-Landebahn – noch mehr Lärm für noch mehr Menschen

Der Ausbau des Frankfurter Flughafens mit der Nordwest-Landebahn soll trotz weiterer Zunahme der erheblichen Lärmbelästigung, Zer-
störung des Nah- und Erholungsraums mit seinen unwiederbringlichen Schäden am Klima und des erhöhten Absturzrisikos von der Luftfahrt-lobby mit Unterstützung der Politik durchgesetzt werden.
Selbst das vom früheren Ministerpräsidenten Roland Koch und in der Mediation verbindlich zugesagte Nachtflugverbot versucht die hessische Landesregierung auszuhebeln, statt dessen soll durch geplante Routen-verlegungen der nächtliche Fluglärm nur verteilt werden. Ein reines Täuschungsmanöver – mehr Lärm für mehr Menschen! In der kürzlich stattgefundenen Landtagsanhörung zur Fluglärmbelastung herrschte unter allen Gutachtern Einigkeit, dass Fluglärm krank macht und man prognostizierte eine erhebliche Steigerung in den nächsten Jahren.
Sofortiger Handlungsbedarf ist dringend geboten. Der Schutz der Bevölkerung vor Gesundheitsschäden kann nur durch den Verzicht auf den Ausbau und ein sofortiges Nachtflugverbot von 22 – 6 Uhr erreicht werden.
Diese Gefährdung wollen wir nicht länger hinnehmen!

Autoverkehr

Im Frankfurter Osten wird scheibchenweise unter Missachtung der Schlaf- und Erholungsbedürfnisse der Menschen ein Autobahnkreuz A66/661 mitten in ein Wohn- und Erholungsgebiet gebaut Mit kreativer Schönrechnerei werden die Belastungen kleingerechnet und systema-tisch verniedlicht, obwohl das Umweltbundesamt seit langer Zeit darauf hinweist, dass Lärm ab 40 dB(A) gesunden Schlaf unmöglich macht. Gefährdet sind u.a. Stadtteile, Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten, Naherholungsgebiete. Zusätzlich verursachen der zunehmende Auto-pendelverkehr sowie die rasant steigende Zahl der Flugzeuge Tag und Nacht Lärm, der nicht mit eingerechnet wird. Bei der Genehmigung werden die Straßen und Flugrouten jeweils getrennt betrachtet und nicht zusammengezählt.
Diese Gefährdung wollen wir nicht länger hinnehmen!

Müllverbrennungsanlagen

Mit der Müllverbrennungsanlage im Industriepark Höchst, die im Jahr 700.000 Tonnen Müll verbrennen soll und einen LKW-Verkehr von bis zu 960 LKW-Bewegungen am Tag verursachen wird, entsteht durch ihre Emissionen von Stickoxiden, Schwermetallen und Kohlendioxid eine weitere ganz große Belastungsquelle im Rhein-Main-Gebiet. Die Inbe-triebnahme ist für Ende 2010 geplant.

Ein zusätzlicher Skandal:
Bei einem Großteil des verbrannten Mülls handelt es sich um vom Bürger sorgsam getrennten Müll, vorwiegend aus der Grünen-Punkt-Sammlung, der eigentlich für die stoffliche Verwertung (Recycling) in den Haushalten getrennt wurde, nun aber von den Sortieranlagen als sogenannter "Ersatzbrennstoff" zur Verbrennungsanlage gefahren werden soll.
Diese Gefährdung wollen wir nicht länger hinnehmen!
Obgleich seit längerem unserer Rhein-Main-Region eine Gesamtbe-lastungsstudie von der Hessischen Landesregierung versprochen wurde, gibt es keinen Hinweis dafür, dass ernsthaft daran gearbeitet wird.

Deshalb:

Wir wehren uns gegen all diese Bedrohungen und kündigen unseren Widerstand in vielfältiger Form an.

Demo in Hanau für Umwelt und Klima