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Umbau des Marktplatzes, des Neustädter Rathauses sowie der Straßen und Plätze

Rede von Ulrike Hanstein

Umgestaltung des Marktplatzes, Umbau des Neustädter Rathauses

Frau Stadtverordnetenvorsteherin! 

Meine Damen und Herren! 

Mit dieser Vorlage sollen große Veränderungen für den Marktplatz vorgenommen werden.

Meine Fraktion hat den Sachverhalt intensiv diskutiert und beantragt eine getrennte Abstimmung der Beschlußpunkte 1-3 und der Beschlußpunkte 4-6.

Den Beschlußpunkten 1-3 - der Umgestaltung des Marktplatzes - werden wir nicht zustimmen. Um es auf den Punkt zu bringen: Die Vorschläge des städtebaulichen Konzepts der Machbarkeitsstudie zum Marktplatzumbau gefallen uns nicht. Auch halten wir die Neugestaltung nicht für so dringend, als daß man diese nicht auf einen späteren Zeitpunkt verschieben könnte. Dies auch im Hinblick auf die zu erwartenden Kosten und auf die 210.000,-- €, welche bereits jetzt für Planungsleistungen zur Verfügung gestellt werden sollen. Wir können uns deshalb gut vorstellen, den Status quo noch für einige Zeit zu erhalten.

Meine Damen und Herren, da jedoch davon auszugehen ist, daß die uns vorliegende Vorlage hier und heute trotz unserer Ablehnung zur Marktplatzumgestaltung beschlossen werden wird, möchte ich noch einige Punkte einbringen, die man bei den Planungen überdenken sollte.

Das wäre zum einen, daß durch den Neubau auf der Ostseite mit einer zusätzlichen Obergeschoßfläche der Blick von der Marktplatzseite her auf den denkmalgeschützten Bau des Kaufhofs empfindlich gestört wird. Diese Bedenken hat auch der Denkmalbeirat geäußert und das war auch das erste, was uns negativ aufgefallen war, als wir die  Planungsentwürfe zu sehen bekamen.

Zum anderen hat man als Möglichkeit zur Verlegung des Taxistandes die Kölnische Straße, die Paradiesgasse oder die Lindenstraße ins Auge gefaßt. Da die zukünftige Busroute zur Entlastung der Nürnberger Straße noch in der Diskussion ist und  evtl. durch die Kölnische Straße  führen soll, könnte diese als Taxistandort entfallen.

Meine Damen und Herren, machen Sie sich doch bitte einmal die Mühe und gehen ein paar Schritte in Richtung Wallonisch-Niederländische Kirche in die Paradiesgasse hinein. Von dort aus schauen Sie in Richtung Historisches Rathaus. Sie werden fasziniert sein, von dem Blick der sich Ihnen bietet.

Sie schauen direkt in einer Linie durch den alten Marktbrunnen, auf die Brüder Grimm und auf das Historische Rathaus. Ein wunderschönes Motiv zum Fotografieren oder aber auch einfach nur, um den Blick zu genießen. Es wäre ein städtebaulicher Fauxpas, wenn man die Paradiesgasse nun zum Taxistandort machen würde. Ungelöst ist bisher auch noch, wo die Taxen des Freiheitsplatzes zukünftig ihren Platz finden werden. Dieser muß auf jeden Fall in der Innenstadt und unmittelbarer Nähe des Busbahnhofes sein. Anders macht das keinen Sinn.

Im Gegensatz zur Marktplatzumgestaltung sehen wir allerdings die  Notwendigkeit eines Umbaus des Neustädter Rathauses. Dieser hat im Hinblick auf Barrierefreiheit absolute Priorität. Ein Thema, das schon seit Jahren diskutiert und immer wieder aufgeschoben wurde. Meine Fraktion hat bisher zu allen Haushaltsberatungen entsprechende Anträge für einen Aufzug eingebracht und wollte diesen Mißstand beheben.

Wir werden deshalb den Beschlußpunkten 4-6 der Vorlage zustimmen können.

Auch könnten wir uns unter gewissen Voraussetzungen mit einer Gastronomie im Rathaus anfreunden.

Meine Damen und Herren, beim Stöbern ist mir ein alter Zeitungsausschnitt des Hanauer Anzeigers vom 18. März 1958 in die Hände gefallen. Mit der großen Überschrift: Hanau hat einen Ratskeller – Gemütliche Atmosphäre in den Gasträumen des Goldschmiedehauses. Einen Ratskeller gab es vor Jahren auch im alten Landratsamt.

Ähnliches könnten wir uns im Neustädter Rathaus vorstellen, wobei man bei den Planungen für Gastronomie die Kellerräume mit einbeziehen sollte. Das ist bis jetzt leider nicht geschehen – jedenfalls ist uns das nicht bekannt.  Durch eine solche Lösung würde das Rathausfoyer als solches für die Kultur uneingeschränkt erhalten bleiben können. Massive Umbauarbeiten wie Teilabriß der Treppe und Einziehen von Decken blieben erspart.

Auch mit einem ebenerdigen Café im Rathausfoyer mit Bewirtschaftung auf dem Marktplatz  könnten wir uns anfreunden. Dieses müßte allerdings so gestaltet sein, daß im Foyer noch genügend Raum für kulturelle Veranstaltungen vorhanden ist.

Auf jeden Fall würde Gastronomie im Rathaus – egal, ob dies ein Ratskeller, Café oder Kombination von Beidem sein wird – es würde ein weiteres Café bzw. eine Bebauung vor dem Kaufhof überflüssig machen.

Auffallend bei der Machbarkeitsstudie von 2011 und den Planungsvarianten aus der  Machbarkeitsstudie 2001 ist, daß die von Christl und Bruchhäuser sich wegen erheblicher städtebaulichen und funktionalen Mängel gegen eine Schließung der Lücken zwischen Rathaus und angrenzenden Häusern ausspricht. Dies widerspricht den Planungen AIP und CNK.

Die Argumente von Christl und Bruchhäuser werden u. a. auch wegen eines nicht mehr möglichen Brandschutzes zum Rathaushof angeführt. Für meine Fraktion stellt sich ebenfalls die Frage, wie zukünftig bei der Planungsvariante von 2011 der Brandschutz gewährleistet werden kann.

Bis zur Entscheidung Marktplatzbebauung und Umbau Historisches Rathaus gibt es noch jede Menge Diskussionsbedarf. Und sicher nicht nur durch meine Fraktion.

Wir beantragen daher, daß zeitnah über die Planungsschritte der Entwurfsplanung in gemeinsamen Sitzungen der Fachausschüsse berichtet wird.

Presseerklärungen dazu