Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen

Inklusion braucht mehr Ressourcen

ALF sieht Schmalspur-Inklusion als Gefahr für die Umsetzung

Die Alternative Linke Fraktion teilt in einer Pressemitteilung mit, dass die ALF zur Inklusion steht und aktiv an der Umsetzung in Hanau weiterhin mitarbeiten werde. Jedoch der zur Abstimmung stehende Vorlage „Modellregion Inklusive Bildung in Hanau“ nicht zustimmen und sich somit in der Stadtverordnetenversammlung sich enthalten werde.

„Die UN-Behindertenrechtskonvention lässt eigentlich keine Zweifel offen, was Inklusion bedeutet. Das Problem ist nur, die notwendigen Ressourcen werden dafür nicht zur Verfügung gestellt, sodass die Inklusion scheitern wird und dies wohl absichtlich“, kritisiert der Fraktionsvorsitzende, Jochen Dohn, scharf. Nach seiner Ansicht lässt sich dies mit einem Blick in das Hessische Schulgesetz bzw. in die Verordnung über Unterricht, Erziehung und sonderpädagogische Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Beeinträchtigungen oder Behinderungen zeigen. Denn zum einen stehen inklusive Maßnahmen unter Ressourcenvorbehalt und zum anderen wurden sogar Standards gegenüber des früheren gemeinsamer Unterrichts (GU) abgebaut.

Ergänzend fügt seine Fraktionskollegin, Christa Martin, hinzu: „Wer den Anteil der Schülerinnen und Schüler mit Beeinträchtigungen oder Behinderungen an Grundschulen und weiterführenden Schulen erhöhen und im Gegenzug die Förderschulbesuchsquote in den kommenden Jahren senken will, der muss für die Regelschulen nicht nur die baulichen, sondern erst recht, die personellen und finanziellen Mittel bereitstellen. Die Kooperationsvereinbarung zwischen der Stadt und dem hessischen Kultusministerium wird dem sicherlich nicht gerecht.“ Martin fordert zuerst die Voraussetzung an den Grundschulen zu verbessern, ansonsten drohe der Plan, an der Elisabeth-Schmitz-Schule ab dem Schuljahr 2015/2016 keine Schülerinnen und Schüler in die Grundstufe mehr aufzunehmen, zu scheitern.

Für die ALF steht fest, dass unter diesen Voraussetzungen die Lehrkräfte an den Grundschulen überfordert sein werden. Dies zeige eindrucksvoll die stark steigenden Überlastungsanzeigen an das Kultusministerium. Leitragende dieser Schmalspur-Inklusion seien somit alle Schülerinnen und Schüler und die Akzeptanz für ein inklusive längeres gemeinsames Lernen werde in der Gesellschaft schwinden. Zumal der hessische Kultusminister Lorz (CDU) angekündigt hatte, für den Ausbau der Inklusion und der Ganztagsschulen gleichzeitig Lehrerstellen an den Grundschulen und den gymnasialen Oberstufen zu kürzen. „Dies können auch keine zwei sozialpädagogischen Vollzeitstellen sowie die Soziale Gruppenarbeit an Schulen auffangen, zumal die Soziale Gruppenarbeit schon jetzt stattfindet und keine zusätzliche Maßnahme für eine erfolgreiche Inklusion ist“, so die Meinung der beiden Stadtverordneten.