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Anwohner oder Pendler? Bitte hinten anstellen!

Die Linke in der Innenstadt nimmt zur aktuellen Parkplatzdiskussion Stellung

Eric Ludwig, Mitglied im Ortsbeirat Innenstadt, kritisiert Oberbürgermeister Kaminsky und den
grünen Stadtrat Kowol wegen falscher Prioritäten im Verkehrskonzept.

Nachdem der Stadtumbau den Innenstadtbewohnern bereits viele Opfer abverlangt hat sollen nun  Anwohner und Berufstätige / Pendler auch noch für die Besucher des neuen Einkaufszentrums die Zeche zahlen.

Weil das Einkaufszentrum sehr viel Verkehr in die Stadt bringen wird und die 550 Parkplätze im EKZ nicht ausreichen, sind bzw. werden zu Lasten von Pendlern und Anwohnern zusätzliche Kapazitäten an anderer Stelle geschaffen:

·       Der Parkplatz an der Main-Kinzig-Halle, in nächster Nähe zum EKZ, wird teurer und die Benutzbarkeit durch Anwohner eingeschränkt. Wenn es nach Stadtrat Kowol geht sollen Anwohner dort zukünftig eine Parkgebühr zahlen, letztlich wird Anwohnerparken so abgeschafft. Außerdem werden z.B. im Parkhaus Frankfurter Tor nur noch beschränkt Dauerparkplätze vergeben, damit mehr Plätze für Kurzparker, also für die Besucher des Einkaufszentrums, zur Verfügung stehen.

·       Tagesparkplätze gibt es in der Innenstadt so gut wie keine mehr. Pendler müssen sich in  Parkhäusern einmieten um noch verlässlich einen freien und legalen Parkplatz zu ergattern.

Eric Ludwig erklärt: Das Stadtrat Kowol etwas anderes tut, als im Grünen Kommunalwahlprogramm steht, können die Hanauer verschmerzen, dass aber die Bewohner der Innenstadt nur noch als Bürger zweiter Klasse behandelt werden, und nur noch soviel Parkraum bekommen sollen, wie ihnen die Besucher des EKZ übrig lassen, zeigt – das darf sich der Leser aussuchen - große Arroganz oder Ignoranz.

Statt zunächst den Busverkehr zu verbessern dreht der grüne Verkehrs-Stadtrat zuerst an der Gebührenschraube. Die Pendler werden mit den neu eingeführten P+R Tarifen am Westbahnhof und an der Steinheimer S-Bahn abkassiert um den Haushalt zu sanieren. Mit mehreren 10.000 Ein- und Auspendlern ist der Berufsverkehr der dominierende Verkehr im Stadtgebiet.
Verbesserungen im ÖPNV? Fehlanzeige!

Die von Kowol als Begründung angeführte Lenkungsfunktion der neuen Parkgebühren kann man werktäglich in Steinheim begutachten. Der Parkplatz bleibt leer und viele Pendler stellen ihre PKW in den angrenzenden Wohngebieten ab. Soll das eine Verbesserung für ÖPNV-Nutzer sein?
Ist es die Sache Wert, die Steinheimer Anwohner gegen die ÖPNV-Nutzer auszuspielen?

Ludwig wendet sich an den grünen Stadtrat: „Lieber Herr Kowol, haben sie endlich ein Einsehen und bieten Sie den Pendlern wenigstens ein günstiges Wochenticket an. Statt 2 Euro pro Tag würde eine Gebühr von vielleicht 4 Euro für 5 Tage den Pendlern entgegen kommen.“
Wer Montags einen Parkschein löst, spart sich so für den Rest der Woche den täglichen Gang zum Automaten und sehr wahrscheinlich kommt sogar mehr Geld in die städtische Kasse.

Es wäre wünschenswert, wenn der Bus eine Alternative wäre, denn der Fahrpreis ist ja im RMV -Fahrschein schon enthalten. Aber die Buslinien decken die Stadt nicht ausreichend ab und die
Taktung lässt zu wünschen übrig.

Deshalb ist der Vorschlag des CDU-Oberbürgermeister-Kandidaten eine Überlegung wert. Wenn den Innenstadtbesuchern schnelle (direkte) und kostenlose Pendelbusse zu den bestehenden (und zusätzlichen) P+R-Plätzen am Stadtrand angeboten werden, dann würden S-Bahn-Nutzer eher ihr Auto stehen lassen und für die Innenstadtbesucher werden weniger Parkplätze gebraucht.

Die von OB Kaminsky verkündete Überlegung, die Parkgebühren für Kurzparker zu senken, ist der falsche Weg. Dadurch würde nur das Verkehrsaufkommen erhöht.

Ludwig setzt sich dafür ein, dass wieder mehr öffentliche Anwohner-Parkplätze zur Verfügung stehen und zusätzlich für Anwohner und Pendler bezahlbare Dauerplätze in Parkhäusern bereitgestellt werden. Außerdem verlangt er, dass die Parkgebührenregelung am Schlossplatz zugunsten von Anwohnern geändert wird. Weil Einkäufer dort ab 17 Uhr kostenfrei parken werden berufstätige Anwohner erst nach Ladenschluss wieder freie Stellpätze vorfinden.

Ludwig wird zur nächsten Sitzung des OBR Innenstadt entsprechende Anträge stellen.