Gegen Block VI des Kohlekraftwerks Staudinger

Klima schützen - Staudinger stoppen!

Für die Re-Kommunalisierung der Energieversorgung!

Die Beantragte Erweiterung des Kohlekraftwerks Staudinger durch E.ON ist für viele Menschen völlig unverständlich und eine Provokation. Mit dem neuen Kraftwerksblock 6 würden die CO2-Emissionen von 5 auf 9 Mio. Tonnen pro Jahr steigen. Die Firmenpolitik verhindert die Umsetzung dringender Klimaschutzziele. Die Verfeuerung von Kohle und anderen fossilen Brennstoffen zu Energiegewinnung ist für Mensch und Umwelt massiv schädlich und lässt sich nicht mehr so weiterführen wie bisher. Dass sich das Klima global auf dramatische Weise verändert, bestreitet heute niemand mehr ernsthaft. Für immer mehr Menschen entwickeln sich die Ausgaben für Energie zu einer schweren finanziellen Belastung. International nehmen die Konflikte um den Zugang zu Rohstoffen und Energieträgern neue und gefährliche Dimensionen an.

Nur eine gesellschaftliche Gruppe profitiert von den wachsenden Spannungen und Energiepreisen: Die internationalen Energiekonzerne fahren historische Gewinne ein und haben überhaupt kein Interesse an einer Politik, die die Nachfrage nach Strom und herkömmlichen Energieträgern senken könnte. Herstellung und Vertrieb von Strom und Energie in Deutschland erfolgen heute unter der Vorgabe, höchstmögliche Renditen für die "Großen Vier" Stromkonzerne zu erwirtschaften.
Ohne eine Entmachtung der Energiekonzerne wird es keine Energiewende geben.

Energiepolitik ist dem öffentlichen Interesse an einer bezahlbaren und umweltverträglichen Energieversorgung zu unterstellen. Es wird höchste Zeit, einer fortschreitenden Privatisierung von Versorgungsbetrieben entgegenzutreten und für eine Rückführung der Energiekonzerne in öffentliches Eigentum zu sorgen.

Flyer [pdf]

Schreiben an den hessischen Ministerpräsidenten

Winfried Schwab-Posselt am 02.11.2011

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Bouffier!

 

Im Vorfeld des am 10. November zu Ende gehenden Energiegipfels haben Sie, Herr Minister­prä­sident, noch bekundet, mit einem breiten Spektrum gesellschaftlicher Gruppen in die energiepolitische Diskussion eintreten zu wollen. Wir bedauern, dass daraus nichts geworden ist und am Runden Tisch unter Ausschluss relevanter und kompe­tenter Umweltinitiativen wieder einmal Energiepolitik über die Köpfe der betroffenen Menschen hinweg zelebriert wurde.

Schon gleich nach Übernahme der schwarz-gelben Regierungsgeschäfte haben Sie gemeinsam mit ihrem liberalen Koalitionspartner den geplanten, weltgrößten Kohle­meiler Block 6 auf dem E.ON-Kraftwerksgelände Staudinger wieder in den Fokus der energiepolitischen Debatten gerückt und dabei versprochen, sich für eine rasche Realisierung des Bauvorhabens stark zu machen.

Biblis geht – Staudinger Block 6 kommt? Statt einem Sofortvollzug nach Erteilen einer ersten, umfassenden Genehmigung durch das Darmstädter Regierungsprä­sidium erleben die Menschen in der Rhein-Main-Region bezüglich der Neubaupläne am Kraftwerksstandort Staudinger eine nicht enden wollende, unerträgliche Hänge­partie. Die Bürgerinnen und Bürger erwarten von Ihnen und dem mit am Tisch sitzenden Vorhabenträger E.ON spätestens auf dem zu Ende gehenden Energie­gipfel eine klare und eindeutige Aussage zum geplanten Block 6: Kommt nun der umstrittene Kohlemeiler oder nicht? Die Zeit der nebulösen Unentschieden­heit angesichts der massiven Umbaupläne im Hause E.ON (das angebliche Prüfen der eingereichten Klagen ist doch nur ein willkommener Vorwand) muss jetzt ein Ende haben. Von Seiten der Bürgerinitiative Stopp Staudinger richten wir daher die dringende Bitte an Sie, noch vor dem Finale des Wiesbadener Energiegipfels den E.ON-Vorstandsvorsitzenden Johannes Teyssen zu kontaktieren und von ihm umgehend eine klare Entscheidung über das Projekt Block 6 einzufordern. Der Konzern soll endlich Farbe bekennen, seine hausinterne Umstrukturierung muss an Konturen gewinnen.

An die Adresse der hessischen Landesregierung sei gesagt: Die Zeit der fossilen Energieversorgung zerrinnt. Wer weiterhin Kohlekraftwerke als Brückentechnologie favorisiert, der setzt aufs falsche Pferd. Investitionen in diese antiquierte Dinosaurier­technologie sind nicht nur ökologisch unsinnig, sondern bedeuten zugleich auch betriebswirtschaftliches Harakiri. Was wir zukünftig brauchen sind Kraftwerke, die die Anforderungen einer sehr flexiblen Stromerzeugung erfüllen und nicht rund um die Uhr laufende Grundlastkraftwerke mit mehr als 50 %iger Energieverschwendung. Je mehr künftig in die Erneuerbaren investiert wird, desto rapider sinkt der Bedarf an gigantischen Kohlemeilern wie dem geplanten Block 6. Diese fossilen Kathedralen sind behäbige Kolosse, die nicht für rasche An- und Abfahrtvorgänge taugen. Sie erhöhen doch nur das Risiko von Überkapazitäten im System und blockieren den dringend erforderlichen Ausbau der regenerativen Energien. Wiederholt hat die BI Stopp Staudinger als Interimslösung ein Höherfahren des Gasblocks 4 von E.ON gefordert. So könnte der Wegfall der alten Blöcke 1+3 zu wesentlich umweltfreund­licheren Konditionen locker kompensiert werden. Diese Erkenntnisse scheinen auch in der Vorstandsetage des Energieriesen E.ON jetzt endlich angekommen zu sein. Dort, in der Düsseldorfer Konzernzentrale, favorisiert man mittlerweile als Brücken­technologie, neben dem bestehenden, konventionellen Park, moderne, hocheffi­ziente GUD-Kraftwerke und keine unrentablen, schwerfälligen Kohlemeiler.

Ihnen, Herr Ministerpräsident und ihrer Regierungsmannschaft empfehlen wir für die besinnliche Vorweihnachtszeit dringend die Lektüre der Anfang des Jahres erschien­enen Studie des Sachverständigenrates für Umweltfragen. Darin zeigt das renom­mierte, wissenschaftliche Beratergremium der Bundes­regierung auf fast 700 Seiten den technisch machbaren wie auch bezahlbaren Weg zur 100 % Stromver­sorgung aus regenerativen Energien, ohne eine Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraft­werke und den Bau neuer Kohlekraftwerke.

In der Hoffnung, dass Sie bezüglich des geplanten Blocks 6 auf der finalen Veran­staltung des Energiegipfels für endgültige Klarheit sorgen und das unsägliche Bauvorhaben für immer ad acta gelegt wird, verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

Winfried Schwab-Posselt
(Sprecher BI Stopp Staudinger)

Aktuelles und Pressemitteilungen
13. August 2010 Werner Dreibus (MdB) Presse

CDU/FDP: Interessen der Energiemultis gehen vor

„Ob es um die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke geht oder um die möglichen Gesundheitsgefährdungen im Raum Hanau durch die Staudinger-Emissionen – immer handelt die Politik von CDU und FDP letztlich im Interesse der großen Energiekonzerne“, so Werner Dreibus, der Bundesgeschäftsführer der LINKEN und Bundestagsabgeordnete aus Hanau, in einer... Mehr...

 
11. Oktober 2008 Janine Wissler (MdL) Presse

Unterstützung für die Bürgerinitiative „Stopp Staudinger“

Keine neuen CO2-Schleudern und keine Erweiterung bestehender Kohlekraftwerke Zu dem Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN und der Diskussion um eine neue Energie- und Umweltpolitik erklärt Janine Wissler, energiepolitische Sprecherin und stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE im Hessischen Landtag: „Unsere Fraktion ist gegen... Mehr...

 

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