Die Stadtverbandsvorsitzende der LINKEN Michaela Block und die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ulrike Hanstein sind doch sehr verwundert darüber, wie wenig ökologisches Bewusstsein bei der Grünen-Fraktion in der Hanauer Stadtverordnetenversammlung mittlerweile noch vorhanden ist: „Für die Grüne-Fraktion zählt nur noch der Posten im hauptamtlichen Magistrat. Es sieht jeder, dass sich mittlerweile zwei Dinge ausschließen: Ökologie und die Hanauer Fraktion der Grünen“.
Insbesondere zeigt sich dies durch die Zustimmung der Grünen-Fraktion zum Satzungsbeschluss ‚Entwicklung Freiheitsplatz‘ am 30.01.2012 in der Stadtverordnetenversammlung. „Immerhin zwei Grünen haben neben der Linksfraktion gegen dieses Wahnsinnsprojekt gestimmt. Dies lässt für die Zukunft noch hoffen“, so Block. Weniger Hoffnung sieht Hanstein in der Rede des Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Kamil Kasalak. Mit seiner Äußerung, ‚...man dürfe das Projekt nicht nur unter ökologischen Belangen sehen‘ hat Herr Kasalak wohl völlig verdrängt, aus welchem Grunde sich die Partei der Grünen gegründet wurde.
In Hanau trägt diese Neuorientierung Grüner-Politik dazu bei, dass neben der Fällung von nahezu allen Bäumen auf dem Freiheitsplatz und der damit verbundenen Verschlechterung des innerstädtischen Kleinklimas auch bei anderen Projekten den Pfad der Ökologie verlassen wird. So hat die Grüne-Fraktion dem Aufstellungsbeschluss für eine Änderung des Bebauungsplans Gleisbauhof zugestimmt und somit einer Versiegelung von Fläche für insgesamt 146 Einfamilienhäusern. Dieses Gelände, das zum Teil für Kleingärten vorgesehen war, wäre als ökologischer Ausgleich zum entstehenden Einkaufscenter auf dem Gleisbauhof notwendig gewesen.
Aber es gibt noch mehr Beispiele für die Trennung von Ökologie und den Grünen, so die beiden LINKEN-Politikerinnen. „Entgegen den Empfehlungen des Klimagutachtens der Stadt Hanau hatte die Fraktion der Grünen auch im Gebiet Venussee eine weitere Bebauung von ca. 20.000 qm Fläche in einem Kaltluftentstehungsraum gebilligt. Das Thema Verschmutzung Hellenbach und Altmainarm haben die Grünen erst beim Kommunalwahlkampf entdeckt, davor haben sie aus koalitionstreue keine Verbesserung gewollt.“